Wochenendseminar in Kaltenkirchen (HH) am 10. und 11. November 2018

Vorträge: 

  1. a) Homologien und Analogien im sozialverhalten zwischen Hund und Mensch.
  2. b) Risiken der (Roh-)Fütterung
  3. c) Alzheimer beim Hund – Kognitives Dysfunktions- Syndrom bei Hunden (Canine Cognitive Dysfunktion Syndrome – CDS)
  4. d) Tierschutz und Ausbildung (u.a. Stress; ADHS)
  5. e) Nicht süß, sondern gequält! Qualzuchten beim Hund
  6. f) Zoonosen – Welche Gefahren lauern beim Zusammenleben mit dem Hund und was können wir dabei tun?

Datum:  10. November 2018 von 10.00 bis 18.00 Uhr und 11. November 2018 von 9.00 bis 17.00 Uhr

Leitung:          Dr. Dorit U. Feddersen-Petersen und Dr. Pasquale Piturru

Referenten:     Dr. Dorit U. Feddersen-Petersen, Caroline Schönberger, Dr. Ronald Lindner, Dr. Friedrich E. Röcken und Dr. Pasquale Piturru

Dieses Seminar eignet sich auch als fundierter Weiterbildungsnachweis für die Hundetrainerzertifizierung durch die Tierärztekammern.

Beschreibung: 

Im Hund steckt seine Entwicklung zum Menschen hin, also zeigt sie sich in all seinen Entwicklungsstadien in unterschiedlicher Ausprägung, so etwa als eine genetisch disponierte Neigung zum Menschen oder in Form etlicher Anpassungsähnlichkeiten (Analogien) an sein Leben mit ihm in der ökologischen Nische Hausstand. Was Hunde und Menschen weiter bindet, sind soziale Ähnlichkeiten auf Grund ihrer gemeinsamen Abstammung (Homologien). Der Vorstellung dieser vereinenden Mechanismen für das soziale Miteinander zwischen Mensch und Hund widmet sich Frau Dr. Feddersen-Petersen so ausführlich wie freudevoll für ein spannendes Seminar!

Die Ernährung spielt sowohl für die körperliche Gesundheit als auch für das Verhalten eines Hundes eine große Rolle. Unsere Hunde sind in einer urbanen Umgebung abhängig von unserer Fürsorge für ihr körperliches, geistiges und soziales Wohlergehen. Die zugeteilte Nahrung sollte daher auf fundiertem Wissen und nicht auf anthropozentrischen Vorstellungen oder ideologischen Motiven basieren. Immer mehr Tierbesitzer interessieren sich für alternative Fütterungsmethoden wie das BARF-Modell, sind sich aber der Komplexität dieses durch viele individuelle Faktoren beeinflussten Themas nur selten bewusst. Denn Voraussetzung für die Zusammenstellung der Nahrung ist das Wissen um den genauen Bedarf, die tatsächliche Versorgung durch geeignete Futtermittel, deren Verwertung, eine sinnvolle Aufteilung der Komponenten sowie die rassespezifischen Einflussfaktoren auf den Nährstoffbedarf.  Im Rahmen dieses Vortrags erörtert Frau Caroline Schönberger (Gesundes Hundeleben) die Risiken, die sich aus einer für den Hund ungeeigneten Rohfütterung ergeben können. Zentrale Themen sind hierbei die Mangel- einerseits und Überversorgung andererseits mit einzelnen Nährstoffen, weiter für die Ernährung des Hundes grundsätzlich ungeeignete Futtermittel sowie mögliche Zoonose-Erreger. Schließlich können charakteristische Verhaltensauffälligkeiten und Krankheitsbilder aus Ernährungsfehlern resultieren.

CDS – Canine Cognitive Dysfunktion Syndrome, ADHS – Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom/ADHS und Hyperaktivitätsstörung sowie „Was versteht man unter Stress und was bedeutet dies für das Training?“ werden von Herrn Dr. Lindner richtig unter die Lupe genommen. Hunde, die darunter leiden, fallen durch Konzentrationsschwierigkeiten, Hyperaktivität, ein geringes Durchhaltevermögen oder ein Impulskontrollproblem (häufige Aggression aus »heiterem Himmel«) auf. Auch zeigen sie Schwierigkeiten beim Entspannen und können sich nicht an bestimmte Reize wie etwas Neues gewöhnen. Die Besitzer sagen häufig: »Mein Hund ist zu blöd.« Ursachen: Meist sind die Besitzer selbst die Ursache für ein mangelhaftes Wohlbefinden ihrer Tiere, weil sie Hunde aus Arbeitsrassen bzw. Arbeitslinien (Border Collie, Dobermann, Malinois, Deutscher Schäferhund) nur unzureichend und unregelmäßig beschäftigen oder die geforderte Arbeit dermaßen gestalten, dass die Tiere nicht ausgelastet sind. Werden die Hunde für eine inkorrekte Handlung falsch bestätigt oder für ein positives Verhalten falsch belohnt, indem sie nur ab und an (intermittierend) für das richtige Verhalten ein Lob erfahren, führt dies oft ebenso zu einer Aktivitätssteigerung. Häufige Isolation vom Sozialverband (Zimmerkäfig, Zwinger und Ähnliches) kann dazu führen, dass sich diese Hunde durch das Wegsperren dermaßen in Aktivitäten hineinsteigern und dadurch in einen Teufelskreis aus Sozialisolation und exzessivem Bestreben, erneut Aufmerksamkeit zu erhalten, geraten. Was aber lässt unsere Hunde zum »Zappelphilipp auf vier Pfoten« werden? Die Ursachen dieser gesamten Problematik sind vielfältig – Prophylaxe durch entsprechende Trainingsgrundsätze in jedem Falle einer aufwendigen Therapie vorzuziehen… Der Alterungsprozess bei Hunden bedingt neben dem körperlichen auch einen geistigen Abbau, d.h. es kommt zu Veränderungen im Zentralnervensystem (Neurotransmitter (= „Botenstoffe“ im Gehirn) verändern ihr Gleichgewicht, freie Radikale, Amyloid-Plaques, und meningeale Fibrosen bilden sich und führen als sogenannte Zellgifte zu Nervenschäden und Degenerationen). Diese pathologischen Veränderungen in den Hirnbereichen Hirnrinde und Hippokampus gleichen denen bei Alzheimer-Patienten beim Menschen. Freuen Sie sich auf fundierte Erläuterungen dieser Themen während des Vortrages.

Man sollte annehmen, dass das Leben zumindest von Heimtieren in unserer Wohlstandsgesellschaft komfortabel ist. Die Tiere werden zur Freude des Menschen aus Liebhaberei und zunehmend auch zur Freizeitgestaltung gehalten und gezüchtet. Dies ist unter Tierschutzaspekten solange vertretbar, wie das Individuum Tier und seine natürlichen Bedürfnisse im Vordergrund stehen. Mit Blick auf die züchterische Entwicklung einiger Heimtierrassen (z.B. Hunderassen: Engl. Bulldogge, Franz. Bulldogge, Mops, Teacup Chihuahua) wird Herr Dr. Röcken die ganze Problematik der Qualzucht erläutern.

Was sind Zoonose? Wie werden diese übertragen? Was bedeutet es für das Zusammenleben mit dem Hund? Welche Rolle spielt eine Hundeschule in diesem Kontext? Wie kann man prophylaktisch agieren? Was soll ein guter Hundetrainer praktisch machen, um Problemen vorzubeugen? usw… Diese und andere grundlegende Fragen werden wissenschaftlich, aber dennoch leicht nachvollziehbar, von Herrn Dr. Piturru erläutert.

Referenten:

  • Dr.med. vet. Dorit Urd Feddersen-Petersen ist Ethologin und Fachtierärztin für Verhaltenskunde und für Tierschutz. Sie hat am Institut für Haustierkunde und später am Zoologischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel die Ethologische AG und den Haustiergarten geleitet, wo am “Tiermodell Wolf – Haushunde“ ethologische Arbeiten zum Thema Evolution, Domestikation und Ethologie durchführt wurden. Sie ist Autorin zahlreicher Fachbücher.
  • Caroline Schönberger ist zertifizierte Ernährungsberaterin für Hunde, Hundeerziehungsberaterin und Inhaberin von „Gesundes Hundeleben“. Ihre Schwerpunkte sind die rassegerechte Ernährung von Hunden, der Einfluss der Ernährung auf das Verhalten und die unterstützende Ernährung bei Krankheiten. Grundlage ihrer Arbeit sind aktuelle wissenschaftliche Forschungsergebnisse und ein Netzwerk ausgewiesener Fachleute.
  • Dr. med. vet. Ronald Lindner ist seit 05/2005 als Expertenratgeber in der Fernsehsendung des „MDR um 4 Fiffi & Co unterwegs“ tätig, führt die Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie, er ist Gründer und Leiter des Instituts für Hund-Mensch-Beziehung IHMBS und leitet die 1.Überweisungspraxis für Tierverhaltenstherapie in den Ländern Sachsen und Sachsen-Anhalt
  • Dr. med. vet. Friedrich E. Röcken, ist Diplomate, European College of Veterinary Surgeons, Fachtierarzt für Kleintiere und Chirurgie (Klientiere) und führt die Zusatzbezeichnung Tierzahnheilkunde. Er arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere der Freien Universität Berlin, leitet eine Tierärztliche Fachpraxis für Kleintiere und Kleintierchirurgie in Schleswig und ist 1. Vorsitzender sowie Leiter der Deutschen Gesellschaft für Kleintiermedizin, Fachgruppe in der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DGK-DVG),
  • Dr. med. vet. Pasquale Piturru ist Master of Small Animal Science, Fachtierarzt für Verhaltenskunde, Fachtierarzt für Kleintiere, Fachtierarzt für Tierschutzkunde und führt die Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie. Neben zahlreichen Aktivitäten ist er der Initiator der Hundetrainerzertifizierung durch die Tierärztekammer und leitet eine Fachpraxis für Kleintiere in Pinneberg.

Teilnehmerzahl begrenzt!

Veranstaltungsort: Hotel Dreiklang Business & Spa Resort, Norderstraße 6, 24568 Kaltenkirchen (bei Hamburg) Tel.: 04191 9210 Homepage: http://www.hotel-dreiklang.de

Anmeldung und Informationen: dr.p@piturru.de

Mitnahme von sozialverträglichen Hunden nach vorheriger Absprache mit dem Hotel erlaubt!